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Sommerhäuser

Drama/Familie, Deutschland 2017, 97 min

Jedes Jahr trifft sich die Großfamilie in Oma Sophies Garten. In diesem Jahr ist alles wie immer und doch ganz anders. Oma Sophie ist tot, ein Blitz fällt einen der alten Bäume, die Wespen sind los und die Verwandtschaft trägt lange schwelende Konflikte anlässlich der anstehenden Aufteilung von Omas Erbe endlich offen aus. Während die Erwachsenen sich wahlweise beharken oder die Rücken eincremen, zücken die Kinder ihre Wasserpistolen und hüpfen per grellorangenem Hüpfball hinter Omas Gartenzaun - dort hat sich ein Mord zugetragen…wie aufregend.
Das waren noch Parties, als die Mädchen nach dem Abendbrot gemeinsam abwuschen, abtrockneten und Heimlichkeiten austauschten. Die Jungs währenddessen in Richtung Wespennest krochen, an Opas Luftgewehr fummeln und einfach so an Papas Bier nippen durften. Schöne unheile Vormilleniumswelt, so nah und doch so fern. Grollende Gewitter, knapp hinterm Gartentor und wann und wie entlädt sich die Spannung? Knallen wird es auf jeden Fall. Familie haben ist eben schön und schrecklich und keine Familie meist auch keine Lösung.
Sonja Maria Kröners Debütfilm ist ein Glücksfall. Ein spannender Plot über ein Scheinidyll und dessen Platzen, vorgeführt in dichter 1970er-Atmosphäre, nostalgisch und sachlich zugleich. Ein fabelhaftes Schauspielensemble (Laura Tonke, Günther Maria Halmer, Ursula Werner, Inge Maux, Christine Schorn, Thomas Loibl, Mavie Hörbiger) spielt um Leben und Tod.
Grit Dora