Der Nobelpreisträger

Drama/Komödie, Argentinien/Spanien 2016, 118 min

Die Macher von »Wild Tales« starten ihr aktuelles Werk wieder mit einer nicht ganz alltäglichen Versuchsanordnung. Daniel Mantovani (Oscar Martinez), der vor ein paar Jahren den Literatur-Nobelpreis in Empfang nehmen durfte und der unter dieser noblen Heiligsprechung auch immer gelitten hat, bekommt eine Einladung aus seiner argentinischen Heimat. Der Bürgermeister seiner Geburtsstadt Salas bittet den Ausgezeichneten, kurz aus Europa herüber zu kommen, damit er Mantovani die Ehrenbürgerschaft des Ortes persönlich antragen darf. Oh je…, erst die royalen Gönner in Schweden und nun diese Kleingeister! Seit vierzig Jahren zog ihn nichts nach Salas zurück. Jenen Ort, aus dessen provinziellem Mief sich Mantovanis erfolgreichste Romane erhoben hatten, um auf dem Rücken seiner armseligen Bewohner und unter trefflicher Beschreibung von deren Macken zu Bestsellern zu werden. Ein Schelm, wer nun gleich vermutet, dass die derart zu Berühmtheit gelangten Bürger von Salas es ihm bei der Gelegenheit in jeder denkbaren Form heimzuzahlen versuchen. Zugegeben, mitunter wischen sie sich mit Mantovanis Büchern buchstäblich den Arsch, nun ja, und bei einer Reifenpanne mitten in der Pampa, da braucht man etwas, um das Lagerfeuer in Gang zu halten. Mantovanis Ankunft vor Ort löst jedenfalls einen Sturm der Begeisterung aus, dessen seltsame Auswüchse und Peinlichkeiten er so schnell wie möglich hinter sich bringen und auf Nimmerwiedersehen verschwinden möchte. Doch seine Leute haben noch einiges vor mit ihm. Der ausgezeichnete Sohn der Stadt soll noch die Schönheitskönigin treffen, alberne TV-Interviews geben oder beim Malwettbewerb der Stadt den Juror machen.
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